Geschichte zur Einschulung „Nein, ich will nicht in die Schule!“

Kristina ist 6 Jahre alt. Neulich hat ihr Onkel Gerhard zu ihr gesagt: „Na Kristina, bald kommst du in die Schule, dann beginnt der Ernst des Lebens.“

Davor hat sie ein wenig Angst, denn das klingt überhaupt nicht schön, viel eher nach etwas Ernstem oder Traurigem. Und dann dieser riesige Schulhof, wo sich die großen Jungs immer kloppen. Das hat Kristina schon einmal gesehen, als sie mit ihrer Erzieherin die Schule besucht hat. Sie weiß nicht, wie es ihr in der Schule gefallen wird. Außerdem weiß sie, dass ihre beste Freundin Lisa nicht mit ihr in die Schule gehen wird, sie ist nämlich erst 5 Jahre alt. Lisa bleibt noch ein Jahr im Kindergarten.

Manchmal, wenn Kristina abends im Bett liegt und nicht einschlafen kann, dann denkt sie an die Schule: Da werden lauter fremde Kinder sein. Und was ist, wenn sie eine ganz strenge Lehrerin bekommt, die gleich schimpft, wenn sie etwas nicht versteht?

Kristina mag nicht in die Schule Am liebsten würde sie noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. „Du, Mama, kann ich nicht auch noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben, so wie Lisa?“ hat sie einmal ihre Mama gefragt. „Aber wieso denn? Ich dachte, du freust dich darauf, endlich selbst lesen zu lernen?“, wunderte die sich nur.

Ja, das stimmt. Da hat Mama Recht. Kristina liebt Bücher über alles, und sie findet es doof, wenn sie immer warten muss, bis irgendjemand Zeit hat, ihr etwas vorzulesen. „Ja“, hat Kristina geantwortet „aber ich würde viel lieber mit Lisa zusammen in die Schule gehen. Wenn ich dann nicht mehr im Kindergarten bin, dann können wir gar keine Freundinnen mehr sein.“

„Aber nein, mein Schatz, du kannst dich doch trotzdem noch ganz oft mit Lisa treffen“, hat Kristinas Mama gesagt und sie zu sich auf den Schoß genommen. „Du kennst doch meine Freundin Gabi? Früher hab ich mich ganz oft mit ihr getroffen, doch dann sind wir weggezogen, und jetzt kann ich sie auch nicht mehr so oft sehen. Und trotzdem sind wir noch Freundinnen. Ich bin mir sicher, in der Schule wirst du ganz viele andere nette Mädchen und Jungen treffen!“

Die Einschulung kommt immer näher

Na ja, so ein bisschen konnte Mama Kristina ja beruhigen. Aber ein wenig Bauchweh ist immer noch geblieben. Dann kommen die Sommerferien, und als sie vorbei sind, rückt der 1. Schultag immer näher. Am Abend vor der Einschulung liegt Kristina abends weinend im Bett. „Ich will nicht in die Schule“, sagt sie.

„Weißt du was?“, sagt ihre Mama, „Ich hab eine Überraschung für dich. Eigentlich hättest du sie ja erst morgen bekommen sollen, aber ich gebe sie dir jetzt schon!“ Jetzt ist Kristina aber gespannt – eine Überraschung, was das wohl sein mag? Da steht Mama schon wieder mit einem Geschenk vor ihr. Wunderschön eingepackt und mit einer großen roten Schleife zugebunden. Kristina kann es kaum abwarten hineinzusehen. In dem Päckchen ist eine wunderschöne Puppe.

Eine Schulfee passt auf Kristina auf

„Das ist deine Schulfee“, sagt Mama. Stimmt, jetzt sieht es Kristina auch. Die Puppe hat am Rücken glitzernde Flügel! „Eine Schulfee? Was ist denn das?“, fragt Kristina erstaunt. „Eine gute Fee, die auf dich aufpasst, wenn du in der Schule bist. Und immer wenn es dir gerade nicht so gut geht oder du dich einsam fühlst, dann schaust du in den Ranzen, wo deine Fee liegt. Sie ist immer bei dir und soll dir Mut und Freude in der Schule schenken. Wünsch dir etwas von ihr, und sie wird dir helfen, dass du es schaffst.“

„Oh danke, Mama! Sie ist wunderwunderschön! Vielen Dank!“, sagt Kristina glücklich und umarmt ihre Mutter. „Das freut mich, wenn sie dir gefällt, ich habe sie extra für dich gemacht“, sagt Mama.

Dann ist es so weit: Kristina sitzt zum 1. Mal in ihrem neuen Klassenzimmer an ihrem Platz und lernt ihre Lehrerin Frau Hellwig kennen. „Hm“, denkt sie, „Frau Hellwig ist eigentlich ganz nett.“ Aber das Blöde ist, dass neben ihr ein Junge sitzt, und das gefällt ihr gar nicht so gut. Kristina bekommt ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch und muss schon ein wenig die Tränen herunterschlucken. Da denkt sie schnell an die schöne Fee, die in ihrer Tasche liegt und auf sie wartet. Dann schaut sie zu dem Jungen hinüber. Eigentlich sieht er ganz nett aus, so ein bisschen wie der Frederik aus ihrer Kindergartengruppe. Und da schaut auch der Junge zu ihr herüber und grinst sie an:

„Hallo, ich bin Benni, und wie heißt du?“ –

„Kri-kri-stina“, stottert sie und gleichzeitig bekommt sie ein ganz leichtes Gefühl im Bauch. Der Junge ist nett, sie glaubt, mit dem kann sie sich verstehen.

„Ich hab eigentlich gar keine Lust auf die Schule“, sagt Benni, „mein bester Freund ist in eine andere Klasse gekommen, jetzt können wir uns nur noch in der Pause treffen. Soll ich ihn dir nachher zeigen?“ Kristina nickt glücklich, und heimlich denkt sie: „In der Schule ist es doch ganz schön, und jetzt freu ich mich auch drauf. Ob mir wohl die Fee schon geholfen hat?“

Quellenangabe:

https://www.praxisgestaltung-kiga.de/nein-ich-will-nicht-in-die-schule.php?xid=

Naturnahe Momente in Corona Zeiten

Liebe Kinder und liebe Eltern,

heute möchte ich euch an einem naturnahen Moment teilhaben lassen.

Von meinem Balkon aus, kann ich den Blick direkt auf den Waldrand richten. Und gerade jetzt – in Corona Zeiten – sitze ich dort ganz gerne, um die Natur zu beobachten. Jeden Tag verändert sich die Natur – inzwischen tragen die Bäume viele dichte Blätter, in einem saftigen maigrün.

Ich freue mich so, jedes Jahr auch einen neuen Rehbock beobachten zu dürfen.

Wo hat man schon mal die Möglichkeit, einen Rehbock in freier Wildbahn beobachten zu können? Zumahl sie in der Regel sehr scheu sind. Unser Rehbock jedoch scheint sich an die Menschen auf dem Balkon gewöhnt zu haben.

Meine Nachbarn und ich nennen ihn liebevoll „Josef“.

Bereits am Karfreitag habe ich einen wunderschönen Moment mit Josef in der Abendsonne genießen dürfen. Josef war ganz entspannt und verweilte sehr lange vor meinem Balkon. Das hat mich inspiriert, einige Fotos von ihm zu machen. Und diese möchte ich gerne mit euch teilen.

Viel Freude beim Anschauen 🙂

Ich hoffe – es hat euch viel Spaß gemacht, einen jungen Rehbock einmal aus der Nähe sehen zu können.

Mit lieben Grüßen

Regina

Die Geschichte vom eigensinnigen Huhn Frida

Auf einem Bauernhof in der Nähe einer Waldlichtung wohnte der alte Bauer Egon mit seiner Bäuerin Hilde. Auf dem Hof lebten sie gemeinsam mit vielen Tieren.

Die Kühe genossen ihr Leben auf der grünen Wiese wo sie jeden Tag frisches und saftiges Gras fressen konnten. Für den Winter und die kühlen Nächte hatte der Bauer ihnen einen gemütlichen und warmen Stall gebaut. Dort konnten sie sich im weichen Heu und Stroh wärmen und vor Regen und Schnee schützen. Sie fühlten sich auf dem Hof so wohl, dass sie der Bäuerin jeden Morgen viel frische Milch schenkten.

Auch die Schafe verstanden sich gut miteinander. Sie brauchten keine Angst vor dem Wolf zu haben, weil alle aufeinander aufpassten und Bauer Egon jeden Morgen alle Schafe zählte. Sie kuschelten sich abends aneinander und betrachteten am liebsten den klaren Sternenhimmel.

Die drei Katzen auf dem Hof sorgten dafür, dass die Bauern keine Mäuse in ihrem Haus hatten. Denn das mochte Hilde gar nicht gern. Dafür streichelte sie die Kätzchen und gab ihnen frische Milch.

Eine besonders wichtige Aufgabe hatte der Hund Bello. Er war der älteste Bewohner auf diesem Hof und kannte hier jedes Tier und jeden Winkel in der Umgebung. Er machte es sich zu seiner Aufgabe auf alle aufzupassen und wachte Tag und Nacht vor dem Haus der beiden Bauern.

Besonders fröhlich und heiter ging es jedoch im Hühnerstall vor sich. Hier lebten zwölf Hühner mit ihrem stolzen Hahn. Sie schnatterten den ganzen Tag, erkundeten den Stall und berichteten sich gegenseitig von den Neuigkeiten. Insgeheim hatte die Bäuerin Hilde die Hühner besonders gern, da sie ihr jeden Morgen frische Eier legten, die sie dann zum Frühstück verspeisen konnten.

Eines dieser Hühner, war das Huhn Frida. Es war etwas anders, als die anderen. Etwas eigensinnig. Wenn die anderen Hühner die Körner aufpickten, Löcher in die Erde scharrten, sich gackernd miteinander unterhielten, oder einfach dem Hahn hinterherliefen, so ging Frida meistens ihren eigenen Weg. Zum Beispiel erkundete sie gerne die Behausungen der anderen Tiere und freundete sich mit den Nachbarn an.

Alle Hühner legten ihre Eier täglich brav in ihre Nester, damit die Bäuerin sie jeden Tag einsammeln konnte. Nur Frida nicht. Sie baute sich ständig im hohen Graß oder in der Nähe des Zauns ein eigenes Nest und legte dort ihr tägliches Ei. Dann nahm sie sich ihr Ei und wickelte darum eine Schnur. Das an ihren Schnabel gebundene Ei brachte sie den Tieren, die sie besuchen und kennen lernen wollte.

Auf die Dauer wurde es Frida auf dem Hof jedoch zu langweilig. Sie kannte ja bereits alle auf dem Hof und sie wollte gern noch mehr Freunde kennenlernen. Also nahm sie sich vor, in den nächsten Tagen zu erkunden, was hinter dem Zaun passiert.

An diesem Abend ging sie wie immer zurück in den Hühnerstall, nahm ihren Platz auf der Leiter ein und erzählte den anderen Hühnern nichts von ihrem geheimen Vorhaben. Als die Sonne unterging schnarchten alle friedlich vor sich hin, nur Frida konnte kaum den nächsten Tag abwarten.

Am nächsten Morgen krähte der Hahn zum Sonnenaufgang und weckte alle Bewohner auf dem Hof. Frida machte sich für ihren Ausflug fertig. Sie nahm ihr Ei, schnürte es fest um den Schnabel und wollte es dem ersten, den sie treffen würde, schenken.

Sie suchte sich eine Stelle am Zaun, durch die sie durchkriechen konnte und schon ging Fridas Abenteuer los.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie die Waldlichtung nur vom Hof aus gesehen. Nun stand sie mitten im dunklen Wald. Die Bäume sahen riesig aus. Und auch die Geräusche, die aus dem Wald kamen kannte sie bisher nicht. Frida bekam ein mulmiges Gefühl. Da war sie froh, als ihr plötzlich ein Fuchs begegnete.

Er fragte sie: “Wer bist du und was machst du hier, schönes Hühnchen?”

“Ich bin Frida und auf der Suche nach neuen Freunden. Auf dem Bauernhof kenne ich schon alle”, sagte Frida.

“Ooohh, da bist du bei mir genau richtig”, sagte der Fuchs. “Ich liebe Hühner und werde gerne dein neuer Freund.”

Frida war sehr zutraulich und freute sich über die nette Begegnung mit dem Fuchs. Sie sagte: “Ich habe ein Geschenk für dich” und holte das mitgebrachte Ei hervor und reichte es dem Fuchs.

Der Fuchs nahm das Ei und meinte: “Das ist ja sehr nett. Wir können uns ein schönes Mittagessen davon zubereiten. Komm mit. Ich zeige dir jetzt meinen Fuchsbau, da wo ich wohne.”

Frida freute sich und lief mit dem Fuchs mit.

Zu dieser Zeit wurde Frida aber schon auf dem Bauernhof vermisst. Der Hahn lief den ganzen Hof ab und fragte alle Tiere nach dem verschwundenen Huhn. Aber heute hatte sie noch keiner gesehen.

Da ging der Hahn zum Hofhund Bello und bat ihn um Hilfe bei der Suche nach Frida.

Bello konnte Fridas Weg mit seiner guten Spürnase genau erschnüffeln. Zusammen mit dem Hahn überquerte Bello den Zaun und bahnte sich den Weg durch den Wald. Sie blieben völlig außer Atem vor dem Fuchsbau stehen, als Bello die Spur verlor. “Hier müsste Frida das letzte Mal gewesen sein. Ich kann den weiteren Weg nicht riechen.”

Sie näherten sich dem Bau und sahen dann wie der Fuchs schon einen Kessel voller Wasser auf die Feuerstelle stellte, um sich eine leckere Suppe zuzubereiten.

Frida fühlte sich gar nicht mehr wohl beim Fuchs, aber sie wusste nicht wohin sie laufen sollte.

Da kam plötzlich Bello und bellte so laut, dass der Fuchs erstarrte und schnell die Flucht ergriff.

Frida sprang auf Bellos Rücken und sie liefen, so schnell sie konnten zum Bauernhof zurück. Der Hahn stolperte so flink er konnte hinterher.

Endlich wieder auf der anderen Seite des Zauns angekommen erklärte der Hahn Frida in aller Ruhe, dass der Fuchs Hühner nur angelockt hat, um sie zu verspeisen und deshalb nicht ihr Freund sein könnte.

Das hatte Frida nach ihrem abenteuerlichen Ausflug nun verstanden. Sie drückte Bello ganz fest an sich und bedankte sich herzlich bei ihm für die Rettung. Sie war sehr froh wieder in Sicherheit bei ihren Freunden zu sein und würde ihr Leben auf dem Bauernhof nun nicht mehr langweilig finden.

Es dämmerte schon und die Hühner versammelten sich im Stall, um sich einen Schlafplatz herzurichten. Alle wollten von Frida wissen, was sie heute erlebt hatte. Ganz erschöpft von dem aufregenden Tag, fielen Frida schon die Äugelein zu. Sie versprach ihnen morgen alles ausführlich zu erzählen und schlief ganz friedlich ein.

Nun schliefen alle Hühner und die anderen Tiere auf dem Bauernhof ein, bis sie am nächsten Morgen wieder von dem Hahn geweckt wurden.

  1. Quellenangaben Text

www.gute-nacht-geschichte.org

  1. Quellenangaben für die verwendeten Bilder und Grafiken:

Buch-Cover designed von Freepik

Die Geschichte vom prahlenden Grashüpfer

An einem wunderschönen, sonnigen Tag saß ein kleiner, knallgrüner Grashüpfer auf einer saftigen Wiese.

Er fühlte sich sehr wohl und ganz besonders sicher in seiner Umgebung.

Die Bienen und Hummeln summten um ihn herum. Schöne, bunte Schmetterlinge tanzten von einer herrlich duftenden Blume zur anderen.

Der Grashüpfer beobachtete eine kleine Feldmaus, die sehr unruhig und aufgeregt nach hinten und zur Seite schaute. Sie war ständig auf der Suche nach einem neuen Versteck, weil sie Angst vor dem Fuchs hatte, der auf Wiese umherstreifte.

“Mich entdeckt hier keiner!”, rief der Grashüpfer.

“Wenn ich auf einem Grashalm sitze kann mich keiner sehen, denn ich bin so grün, wie die Gräser um mich herum!”, trällerte er vor sich hin.

“Ich bin für alle unsichtbar!”

“Ich fühle mich sooo… frei! Tra-li-tra-la…“

“Ich kann hier sitzen, tanzen, singen und springen!”

“Mich wird hier keiner finden!”

“Ich habe die beste Tarnung von der g a n z e n Welt!”, rief er immer noch in die Richtung der kleinen, ängstlichen Maus.

Ganz außer Rand und Band vor lauter Prahlerei, merkte der Grashüpfer gar nicht, wie jemand, der genauso grün wie das Gras war, immer näher kam.

Bevor der Grashüpfer die Gefahr auch nur erahnen konnte pfiff die kleine Feldmaus laut: „ Grashüpfer, pass auf! Im Gras sitzt ein Frosch, der dich verspeisen wird!“

Der Grashüpfer bemerkte den Frosch und konnte sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Er hüpfte zu der kleinen Feldmaus. „Danke kleine Maus! Du hast mich dank deiner Vorsicht gerettet! Das nächste Mal werde ich nicht so viel prahlen, sondern achtsam sein. “ Erleichtert versteckten sich der Grashüpfer und die kleine Feldmaus unter einem Stein bis der Frosch von dannen zog.

  1. Quellenangaben Text

www.gute-nacht-geschichte.org

  1. Quellenangaben für die verwendeten Bilder und Grafiken:

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